Metamorphosen
| Wandlungen vollziehen sich im Stillen. Die Raupe verpuppt sich und wird zum Schmetterling. Seit vielen Jahren verfolgte ich den Prozess, sammle Raupen, ziehe sie auf und beobachte sie täglich. Mehrmals streift die Raupe ihre eng gewordene Haut ab. Sie verharrt dabei eine geraume Zeit an der gleichen Stelle um dann sekundenschnell die Haut abzustreifen. Häutungen sind Wandlungen. Sie zieht sich zurück um sich zu verpuppen. In kleinen Schritten vollzieht sich die Metamorphose. Dieser Rückzug darf nicht gestört werden. Leben und Tod sind in diesen Prozess eingebunden. Metamorphosen in Abgeschiedenheit bleiben unserer Wahrnehmungen verborgen. Immer wieder arbeite ich an kleinen Tagebuchblättern. Ein wichtiger Bestandteil meines Schaffens. Sie haben sich im Laufe der Zeit verändert. Rot wurde beinahe unmerklich zu Rosa. Im Frühling tauchte der erste Zitronenfalter auf und die ersten gelben Tagebuchseiten. Kleine Texte begleiten den Prozess und es entstanden einige grossformatige Bilder. Gelbe Sehnsucht, Tagfalterträume oder Schmetterlinge eines Sommers sind die Titel der Bilder. Verhalte Gelbtöne werden immer mehr zu leuchtenden gelben Flächen.
Immer wieder begleiten Sätze wie diese meine Malerei. Sie entstehen intuitiv und oft schreibe ich sie auf die leere Leinwand um sie dann zu überschichten. |
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